Hufgesundheit

Haltung | Ernährung | Bewegung

Gesunde, leistungsfähige Hufe können nur im Gesamtkonzept entstehen. Die Stichpunkte Haltung – Ernährung – Bewegung decken einen Großteil der Einflussfaktoren ab.

Bewegung ist der Wachstumsmotor für die Hufe. Durch den Wechsel aus Be- und Entlastung, der beim Gehen entsteht, wird die Durchblutung gefördert und das Hornwachstum angeregt. Die Nährstoffversorgung ist durch die gesteigerte Durchblutung besser und Regenerationsprozesse werden beschleunigt. In der Natur bewegt sich ein Pferd 20-30 km am Tag, das Meiste davon im langsamen Schritt beim Grasen. Steht das Pferd 12 Stunden oder länger in einer Box oder parkt es vor der einzigen Heuraufe auf dem Paddock, fällt diese kontinuierliche Bewegung beim Fressen weg. Durch die gezielte Bewegung bei der Arbeit mit dem Pferd kann der Bewegungsmangel in der Regel nicht ausgeglichen werden. Wer seine Geländerunde mal mit einer App verfolgt hat weiß, dass gut und gerne ein 2-3 stündiger Ausritt für eine 20 km Runde notwendig ist, je nach Trainingszustand des Pferdes. Das jeden Tag zu schaffen ist für die meisten Pferdebesitzer utopisch. Von daher gilt es bei der Haltung auf natürliche Bewegungsmöglichkeiten und -anreize zu achten.

Die Hornstrukturen der Hufe werden dauerhaft neu gebildet. Damit gesundes, kräftiges Horn gebildet werden kann, benötigt das Pferd die entsprechenden Nährstoffe aus der Ernährung. Grundlage bildet immer eine ausreichende, qualitativ hochwertige Heufütterung. Als Faustregel gilt: Ein Pferd benötigt täglich 1,5 – 2 % des Körpergewichtes in Heu. Gleichzeitig sollten zu lange Fresspausen (mehr als 2-3 Stunden) vermieden werden, da diese zu körperlichen und psychischen Problemen führen. Bei schwerfuttrigen Pferden ist eine 24/7 Heufütterung eine schöne Lösung. Bei leichtfuttrigen Pferden muss man etwas kreativer werden, damit diese auf der anderen Seite nicht zu dick werden, denn auch hier wären wieder gesundheitliche Probleme vorprogrammiert. (Ich habe einen Haflinger, ich kenne die Problematik ;)). Ergänzt werden sollte die Heufütterung durch ein geeignetes Mineralfutter (auch in der Weidesaison). Zeigt das Pferd trotz ausreichender Heufütterung und Mineralfutter eine schlechte Hornqualität, benötigt es eine spezifische Ergänzung.

Die Haltung beeinflusst zu großen Teilen die Bewegung und Ernährung des Pferdes. Darüber hinaus sind – aus Hufbearbeiterperspektive – die Böden, auf denen das Pferd gehalten wird, entscheidend. Als Leitsatz gilt: Die Hufe passen sich an den Boden an, den sie die meiste Zeit erleben. Steht das Pferd dauerhaft auf weichen Böden (Weide, Box, Sandpaddock), werden sich die Hufe nicht an steiniges Gelände anpassen, auch wenn regelmäßig auf steinigen Böden ausgeritten wird. Wichtig ist also eine Passung zwischen dem Boden, auf dem das Pferd gehalten wird, und dem Boden, auf dem das Pferd gearbeitet werden soll.

Darüber hinaus ist die Psyche des Pferdes bei der Haltung nicht zu vergessen. Dauerstress durch unpassende Herdenzusammensetzungen führt langfristig zu einem kranken Pferd, was sich auch in den Hufen äußert.

Zu guter Letzt steht dann die Bearbeitung. Stimmen Haltung, Ernährung und Bewegung des Pferdes, ist beim gesunden Pferd in der Regel nur ein Minimum an Bearbeitung notwendig. Nur dann, wenn Hornwachstum und -abrieb nicht im Einklang stehen, also weniger abgenutzt als gebildet wird, braucht es eine regelmäßige Hufbearbeitung. Dies ist haltungsbedingt bei einem Großteil der hier lebenden Pferde der Fall. Schiefe oder kranke Hufe sind ebenso ein Grund für eine regelmäßige Bearbeitung.